BMBF-Bekanntmachung: Richtlinie zur Förderung von Forschungsinitiativen auf dem Gebiet der "KI-basierten Elektroniklösungen für sicheres autonomes Fahren (KI-Element: autonomes Fahren)"

Autonomes Fahren kann dazu beitragen, unsere Mobilität sicherer, umweltfreundlicher, leistungsfähiger und preiswerter zu gestalten. Neue Formen der Mobilität können für Menschen entstehen, die die Fahraufgabe nicht selbst übernehmen wollen oder können. Forschung und Entwicklung, insbesondere für fortschrittliche Elektroniklösungen, sind notwendig, um diese Chancen zu erschließen.

Für sichere autonome Fahrmanöver müssen diese Elektroniklösungen gewährleisten, dass ein Fahrzeug eigenständig selbst in komplexen Umgebungen, sowohl im ländlichen als auch im urbanen Umfeld, Objekte im Straßenverkehr richtig erkennt und zuverlässige Fahrentscheidungen trifft. Dies erfordert bei unvorhersehbar vielen Situationen im Straßenverkehr die Verarbeitung sehr großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen wie der Fahrzeugsensorik, digitalen Karten und der mit dem Fahrzeug vernetzten Infrastruktur, meist in Echtzeit. Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) bieten hier ein großes Lösungspotenzial, wenn es gelingt, diese in und mit optimierten Elektronik- und Sensoriksystemen umzusetzen.

Förderziel und Zuwendungszweck

Mit der vorliegenden Förderrichtlinie "KI-Element: autonomes Fahren" fördert das BMBF die Erforschung von Komponenten und Systemen für den Einsatz von KI-Methoden in automatisierten und vernetzten Fahrzeugen der VDA-Automatisierungsstufen 4 und 51 mittels vorwettbewerblicher Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Förderung soll die Innovationskraft entlang der Wertschöpfungskette der Automobilelektronik am Standort Deutschland stärken.

Die Förderrichtlinie trägt zur Umsetzung der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung (http://www.hightech­strategie.de) im Themenfeld "Intelligente Mobilität" sowie des Rahmenprogramms "Mikroelektronik aus Deutschland – Innovationstreiber der Digitalisierung" bei.

Für Vorhaben im Sinne dieser Förderrichtlinie kommt der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, vor allem auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Forschungseinrichtungen im universitären und außeruniversitären Bereich und Hochschulen eine besondere Bedeutung zu. Die Berücksichtigung von Aspekten der akademischen Ausbildung im Rahmen der Forschungsprojekte wird begrüßt.

Um die Vernetzung und den wissenschaftlichen Austausch zwischen den geförderten Projekten zu unterstützen und themenspezifisch weiter zu intensivieren, sollen gegebenenfalls Cluster entlang der adressierten Themenschwerpunkte gebildet werden.

Gegenstand der Förderung

Gefördert werden industriegeführte, vorwettbewerbliche Verbundprojekte unter Einbindung von wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen sowie Forschungsverbünde von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit enger Industrieeinbindung. Die Projekte sollen einen geschlossenen Teil der Wertschöpfungskette der Automobilelektronik von den Elektronikkomponenten über die Elektroniksysteme und die Softwaremodule zur Datenverarbeitung und Ansteuerung bis hin zu aufeinander abgestimmten Hard- und Softwaresystemen im Fahrzeug abbilden und potenziell einen signifikanten Beitrag in Richtung der Realisierung vollautomatisierter und fahrerloser Fahrfunktionen (VDA-Automatisierungsstufen 4 und 5) in komplexen Umgebungen leisten. Insbesondere sollen die Projekte nachweislich eine klare und quantifizierbare Verbesserung gegenüber dem aktuellen Stand der Technik im Hinblick auf den Einsatz KI-basierter Lösungen für das autonome Fahren anstreben. Eine geeignete Demonstration im Kontext der Subsysteme oder, wo notwendig, auch des Gesamtfahrzeugs, soll diesen Beitrag plausibilisieren; allerdings sollte der dafür veranschlagte Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Gesamtaufwand stehen. Auf Simulation und Softwareentwicklungen zielende Projektvorschläge ohne Forschungsanteile im Bereich der Hardwaresysteme oder -komponenten sind nicht Gegenstand dieser Förderrichtlinie.

Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (sonstige Zuwendungsempfänger) in Deutschland verlangt.

KMU im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen (vgl. Anhang I der AGVO bzw. Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleineren und mittleren Unternehmen, bekannt gegeben unter Aktenzeichen K (2003) 1422 (2003/361/EG)).

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1956.html